Nicht erst seit den Gebrüdern Grimm werden der Haselnuss (lat. Corylus avellana) magische und mythische Kräfte zugeschrieben. Schon den Wikingern und Kelten war dieser Strauch heilig. Die Kelten sahen in der Hasel den Baum der Weisheit und Poesie. Vor Weissagungen aßen sie Haselnüsse, um ihre seherischen Fähigkeiten zu inspirieren. Druiden schnitzten aus dem Haselholz Zauberstäbe. Auch neuzeitliche Wünschelruten sind aus dem Holz der Hasel, das Energie gut leiten und die Erdstrahlen anziehen soll.
Ihren Ruf als Zauberpflanze hat die Haselnuss in zahlreichen Märchen bis heute bewahrt. Hier erhalten in Tier verwandelte Menschen ihre ursprüngliche Gestalt erst dann zurück, wenn sie eine Haselrute berühren. Wundertätige Nüsse erfüllen als Geschenk Wünsche, wie beim Aschenputtel. Hecken aus Hasel schützen vor bösen Geistern und symbolisieren zugleich die Grenze zwischen Menschen- und Feenwelt. Schläft man unter einem Haselstrauch ein, träumt man sich leicht in eine Zauberwelt hinein.
Die herbstlichen Früchte der Haselnuss waren bereits in prähistorischer Zeit begehrt. Sie sind reich an Kalorien, lecker, lange haltbar und sehr gesund. Plinius, Vergil, Dioskurides und Hildegard von Bingen empfehlen die Nuss gegen Husten, Lungenentzündung und Impotenz. Die rundlich- herzförmigen, etwa 10 cm großen Haselblätter galten hingegen als Blut reinigend, Blutungen stillend, und Fieber senkend. Mediziner des Robert Koch- Instituts empfahlen die Haselnuss jüngst wegen ihres reichlichen Vitamin E`s, das Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt. Und die Haselnuss-Schoko-Creme strahlt eine unwiderstehliche Aura auf Jung und Alt aus.

 
 
Die Hasel ist vielseitig begehrt. So ernähren sich am Waldrand und in Hecken etwa 33 Säugetierarten von ihr: Dachs, Sieben- und Gartenschläfer sowie die Eichhörnchen sammeln die Früchte selbst, während Haselmaus (s. Bild), Feldhase, Reh und Kaninchen an Rinde und jungen Trieben knabbern. 112 Insektenarten leben u.a. von der Hasel, so etwa 22 Kleinschmetterlinge, 25 Bock- und 23 Rüsselkäfer, ferner 16 Blattwespenarten. Zum Leidwesen vieler vom Heuschnupfen Geplagter blühen die gelblichen Kätzchen bereits ab Februar und speisen somit die Frühlingsboten unter den Insekten. Die Nuss wird von 10 Vogelarten geknackt, unter ihnen Kohlmeise, Buntspecht und Kernbeißer.
Je nach geographischer Lage können die braunen, in eine becherartige Hülle gebetteten Nüsse im Herbst oder Winter gesammelt werden. Und wo die Eichhörnchen ganz unaufmerksam waren, finden sich selbst im Frühjahr noch essbare Nüsse.
Im keltischen Horoskop eine Hasel, bei den Indianern ein Rabe. Kein Wunder, dass ich mich der Natur innig verbunden fühle, oder? Auch als chinesischer Drache liegt mir dieses Feld nicht fern: er erklärt darüber hinaus meine gelegentliche Freude am Gesellschaftsspiel.